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England gilt als das „Mutterland des Fußballs“. Gründe dafür sind zum einen, dass in London im Jahr 1863 mit der „Football Association“ (FA) der erste Fußballverband gegründet und das Nationalteam als eines der ersten geformt worden ist. Zum anderen wurde in England ein umfassendes Regelwerk geschaffen und die Entwicklung der Sportart nachhaltig gefördert.
Das Highlight der englischen Fußballgeschichte ist der Weltmeistertitel 1966 im eigenen Land. In dem Finalspiel, gewann das englische Team 4:2 gegen Deutschland. In besonderer Erinnerung bleibt das Spiel wegen dem sog. Wembleytor, dem 3:1 in der 11. Minute der 30-minütigen Nachspielzeit. Geoff Hurst schoss den Ball in dieser Szene an die Unterlatte, von wo der Ball auf die Torlinie und wieder in den Fünfmeterraum sprang, sodass Wolfgang Weber ihn ins Aus köpfen konnte. Da das deutsche Team durch diesen Treffer zu einer viel offensiveren Ausrichtung gezwungen war, ist der Fehlentscheidung eine besonders schwere Bedeutung zuzurechnen. Der schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst verließ sich bei seiner Entscheidung auf die Gestik seines Linienrichterkollegen aus Aserbaidschan. Der sagte im Nachhinein, er habe die Entscheidung von der Reaktion der Spieler abhängig gemacht, jedoch selbst nicht erkennen können, ob der Ball auf oder hinter der Linie gewesen sei.
Als „Wembley 2010“ wird das nicht gegebene Tor von Frank Lampard im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika gegen Deutschland gerne bezeichnet. Beim Stand von 1:2 aus englischer Sicht, wurde ein Schuss des Chelsea-Stars, der von der Latte etwa einen halben Meter hinter der Linie aufsprang, vom Schiedsrichtergespann nicht als Tor erkannt. Auch in diesem Fall war der Zeitpunkt des Spieles ein brisanter: nachdem das deutsche Team sich in der ersten halben Stunde in einen Rausch gespielt hatte und England keine Luft zum atmen blieb, gelang dem englischen Team in der 37. Minute doch der Anschlusstreffer, der die Deutschen sichtlich erschreckte. In dieser Phase spielte „Wembley 2010“ den Engländern einen Streich und glich somit das legändere Tor aus dem Jahr 1966 zu gewissem Grad aus.
Auf Vereinsebene ist die englische Liga gemeinsam mit der spanischen seit Jahrzehnten das non-plus-ultra. Manchester United, FC Livepool, Arsenal London und der FC Chelsea haben immer eine Reihe von Top-Stars unter Vertrag und sind regelmäßig in den letzten Runden der europäischen Wettbewerbe vertreten. Dieses Niveau hat das englische Nationalteam bis heute nicht wiederspiegeln können.
Tor: David James, Robert Green, Joe Hart
Abwehr: Glen Johnson, Ashley Cole, Michael Dawson, John Terry, Stephen Warnock, Matt Upson, Jame Carragher, Ledley King
Mittelfeld: Steven Gerrard, Aaron Lennon, Frank Lampard, Joe Cole, Gareth Barry, James Milner, Schaun Wright-Phillips, Michael Carrick
Angriff: Peter Crouch, Wayne Rooney, Jermain Defoe, Emile Heskey
1966 in England 4:2 n.V. gegen Deutschland (mit sog. „Wembleytor“)